Ottendorf

Ottendorf liegt rund zwei Kilometer östlich und main­aufwärts vom Hauptort Gädheim an der B 26, die am rechten Flussufer entlang die beiden Orte verbindet. Es gibt beim Ort selbst keine Flussbrücke auf das südliche Ufer, über dem auf den Randhöhen in einer Nachbargemeinde die A 70 der Talachse folgt.

Ottendorf wurde möglicherweise bereits im 8. Jahrhundert gegründet. Erstmals wurde der Ort im Jahr 1128 als „Ottohesdorf“ erwähnt, in der heutigen Namensform „Ottendorf“ im Jahr 1277.

Bereits 1151 soll in Ottendorf eine erste Kirche gebaut worden sein. Im Jahr 1435 wurde der Ort eine Filial mit eigenem Pfarrer.

Nachdem Ottendorf im Jahr 1468 eigene Gerichtsbarkeit erlangt hatte, beteiligte sich der Ort nicht am Bauernaufstand von 1525. Dies soll der Ursprung für den Spitznamen „Dachsen“ der Einwohner sein. Nach dem Bauernaufstand wechselte der Ort im Jahr 1541 unter den Herren von Schaumburg zum lutherischen Glauben, wurde aber im Jahr 1587 in der Gegenreformation unter dem Würzburger Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn wieder katholisch.

Zu den Besitzern des Ortes gehörten auch die Ritter von Wenkheim mit Stammsitz in Großwenkheim. Jobst von Wenkheim verkaufte im Jahr 1517 sein nicht mehr bestehendes Schloss mit den dazugehörigen Ländereien an Lorenz von Bibra.

Gegen Ende des 15. Jahrhunderts wurde die Kirche des Ortes wegen Baufälligkeit durch ein gotisches Kirchengebäude ersetzt. Nachdem dieses im Dreißigjährigen Krieg zerstört worden war, entstand im Jahr 1672 ein neuer Kirchenbau, der im Lauf der Zeit mehrfach erweitert wurde und heute in seinem Glockenturm eine der größten, unter Naturschutz stehenden Mausohr-Fledermauskolonien in ganz Bayern beherbergt.

Während des Zweiten Markgrafenkrieg plünderten im Jahr 1553 Truppen von Markgraf Albrecht II. Alcibiades das Schloss. Im Jahr 1796 kam es im Ersten Koalitionskrieg zu Plünderungen und Brandschatzungen im Ort. An die gescheiterte Belagerung der Stadt Wien durch die Türken im Jahr 1683 erinnert ein in der Dorfmitte stehendes Lindenpaar, die Türkenlinde von Ottendorf.

Im Jahr 1653 wurde das örtliche Rathaus erbaut. Nach dessen Abbruch wurde im Jahr 1912 an seiner Stelle das Schulgebäude des Ortes errichtet, das bis 1999 (mit einer Pause zwischen 1973 und 1989) genutzt wurde.

Am 1. Mai 1978 wurde Ottendorf im Rahmen der Gemeindegebietsreform Ortsteil von Gädheim.

Greßhausen

Greßhausen liegt drei Kilometer nördlich des Mains im Grenzbereich von Hesselbacher Waldland und Maintal. Der Ort liegt auf 317 m ü. NN (Kirche).

In der Gemarkung treten Gesteinsablagerungen des Oberen Muschelkalks und des Unteren Keupers (Trias) auf, die an manchen Stellen von pleistozänen Ablagerungen, u. a. Mainschotter und Lößlehm, überdeckt werden. Tektonisch ist die Gemarkung geprägt von einer Bruchzone, die zur Kissinger-Haßfurter Störungszone gehört.

In den letzten Jahren wurden auf Greßhäuser Gemarkung erstmals verschiedene Artefakte, z. B. Steinbeile, Klingen, Schaber, Pfeilspitzen und Klopfsteine, aus der Jungsteinzeit und ein Schaber, evtl. Mittelsteinzeit, als Streufunde entdeckt. Greßhausen wurde 1151 erstmals in einer Urkunde von Bischof Eberhard von Bamberg, die im Kloster Theres ausgestellt wurde, erwähnt. Unter den Zeugen ist ein Helmricus de Gruzzingeshusen aufgeführt. Die Geschichte hat eine enge Verbindung zur Burg und zum Amt Mainberg bis zur Säkularisation 1803. 1305 erwarben die Grafen von Henneberg die Burg und das Amt Mainberg, zu dem auch Greßhausen gehörte. Kirchlich gehörte Greßhausen aber seit jeher zum Bistum Würzburg.

In der wechselvollen Geschichte waren zahlreiche Geschlechter und Klöster in Greßhausen belehnt. Erwähnt wurden die Herren von Eberstein, von Wenkheim, von Schaumberg, von Wechmar, von Raueneck, von Bibra und Cuntz Fuchs von Haßfurt sowie die Klöster Königsberg und St. Stephan in Würzburg. Die Klöster Bildhausen, Mariaburghausen, Theres und das Juliusspital von Würzburg besaßen zum Teil mehrere Eigenhöfe in Greßhausen.

1525 beteiligten sich Greßhäuser Bauern nachweislich am Bauernkrieg. Sie waren am Niederbrennen und Plündern der Burg Marktsteinach beteiligt. Einer der Anführer war der Greßhäuser Hans Arnolt, Clotz Hans genannt. Die Bauern nahmen auch an der Belagerung und Plünderung von Schloss Mainberg und an der Belagerung der Festung Marienberg in Würzburg teil. Nach der Niederschlagung des Bauernaufstandes mussten alle Bauern hohe Strafen bezahlen. Beim Wiederaufbau des Schlosses Mainberg 1526 hatten die Greßhäuser 18 Gulden aufzubringen.

Graf Wilhelm IV. von Henneberg tauschte 1542 mit dem Hochstift Würzburg das Amt Mainberg mit 20 Dörfern und allen seinen Zugehörungen gegen Amt und Stadt Meiningen ein. Das Amt Mainberg und seine dazugehörenden Dörfer, darunter Greßhausen, wurden seitdem vom Fürstbischof von Würzburg bis zur Säkularisation 1803 regiert.
Ortseinfahrtnach Greßhausen

Neben dem Centgericht Marktsteinach entwickelte sich im späten Mittelalter im hennebergischen Einflussbereich des Amtes Mainberg ein zusätzliches Hochgericht, das Mainberger Halsgericht. Das Hochgericht war wie das Centgericht für die Blutgerichtsbarkeit (vier hohe Rügen) zuständig. Die niedere Gerichtsbarkeit lag bei den Dorfgerichten, von denen geringfügige Vergehen gerügt wurden. Ein Dorfgericht gab es in jedem Dorf. Die älteste schriftliche Dorfgerichtsordnung von Greßhausen stammt aus dem Jahre 1542, also aus dem Jahr, als Greßhausen zusammen mit den anderen mainbergischen Amtsdörfern an das Hochstift Würzburg überging. Sie dürfte in etwa der Dorfgerichtsordnung unter den Hennebergern vor dem Bauernkrieg entsprechen. Nach dem Bauernkrieg im Jahr 1525 löste Graf Wilhelm IV. von Henneberg die Dorfgerichte in seinem Besitz auf und errichtete einige Jahre später Amtsgerichte in seinen Ämtern. Für die mainbergischen Amtsdörfer war Schloss Mainberg der Sitz des Amtsgerichtes. Die Amtsgerichte übernahmen die Funktion der Dorfgerichte. Als im Jahr 1542 das Amt Mainberg an Würzburg fiel, gab Bischof Konrad IV. von Bibra den dortigen Dörfern die Dorfgerichte zurück und erließ zwischen 1542 und 1544 für jeden einzelnen Ort eine neue Dorfgerichtsordnung. 1578 wurde erstmals ein Schulmeister und 1695 ein Schulgebäude erwähnt. Die früheste Erwähnung eines vermutlich eigenen Lehrers in Greßhausen erfolgte in der ältesten Greußheuser Gotteshausrechnung von 1655. Seit 1792 gab es zusätzlich eine Industrieschullehrerin für die Schule in Greßhausen. Das Schulhaus, in dem bis 1969 Unterricht gehalten wurde, war 1839 erbaut worden. Politisch unterstand Greßhausen seit der Säkularisation dem Landgericht Haßfurt und dem heutigen Landkreis Haßberge. 1874 wurde die Freiwillige Feuerwehr gegründet.

Greßhausen war durch den Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) stark betroffen und verlor einen Großteil seiner Einwohner. 1651 lebten von ursprünglich 32 Familien nur noch vier im Ort. Im Ersten Weltkrieg (1914–1918) wurden 27 Greßhäuser Männer zum Kriegsdienst eingezogen, 7 von ihnen sind gefallen oder wurden als vermisst gemeldet. Gleichzeitig waren sechs Kriegsgefangene, meist Franzosen, bei mehreren Familien untergebracht und als landwirtschaftliche Arbeitskräfte auf den verschiedenen Höfen eingesetzt. Schon in den Kriegen davor, 1866 und 1870/71 waren Greßhäuser Bürger zum Kriegsdienst einberufen worden. Im Zweiten Weltkrieg (1939–1945) wurde der größte Teil der jüngeren männlichen Bevölkerung aus Greßhausen eingezogen. 29 Kriegsteilnehmer kamen aus dem Krieg oder der Gefangenschaft zurück. Im Krieg gefallen, vermisst oder durch Kriegsfolgen umgekommen sind 12 Einwohner. Während des Krieges waren 29 polnische, ukrainische und jugoslawische Zwangsarbeiter auf den Bauernhöfen beschäftigt. Gegen Ende des Krieges und einige Jahre danach waren insgesamt ca. 220 Flüchtlinge, Evakuierte und Ausgebombte in Greßhausen vorübergehend untergebracht. Es gab keine jüdischen Mitbürger.

1908 kam das erste öffentliche Telefon und 1921 die Stromversorgung in den Ort. 1948/49 wurde dort die erste Flurbereinigung im ehemaligen Landkreis Haßfurt durchgeführt. Ein Antrag hierfür wurde zum ersten Mal bereits 1925 gestellt. Im Zuge der Gebietsreform wurde Greßhausen am 1. Mai 1978 in die Gemeinde Gädheim eingemeindet.

Gädheim

Gädheim
Gemeinde in Bayern

Gädheim ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Haßberge und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Theres.

Postleitzahl: 97503

Vorwahl: 09727

Gemeinde Gädheim. Landkreis Haßberge. Ortsdurchfahrt. März 2016

Gädheim 26.07. 2014